Wie wird man Autorin, Frau Swann?

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Am Donnerstag, den 21.2.2008 las Leonie Swann im Rahmen von Nidda literarisch aus ihrem Bestseller „Glennkill“. Im Anschluss an die Lesung hatte Sabrina Emrich, Schülerin am Gymnasium Nidda, Gelegenheit zu einem Gespräch mit der Autorin

Sabrina Emrich: Wie sind Sie auf die ungewöhnliche Idee gekommen, einen Schafskrimi zu schreiben?

Leonie Swann: Ich war eine Zeit lang in Irland und die Schafe dort haben immer zur selben Uhrzeit geblökt. Das hat mich überrascht und ich bin auf sie aufmerksam geworden. Ich denke, Schafe werden unterschätzt. Es sind durchaus interessante Tiere. Sie haben beispielsweise sehr scharfe Sinne. Sie können beispielsweise den Tod riechen. Das macht sie zu spannenden Ermittlern. So eröffneten sich spannende Möglichkeiten für einen Krimi. Allerdings sind Schafe auch eingeschränkt, da sie keinerlei Erfahrungen mit der Menschenwelt haben. Das kann dann auch mal zu Missverständnissen führen.


Emrich: Wie lange haben sie an „Glennkill“ geschrieben?

Swann: So genau kann ich das gar nicht sagen. Es gab Phasen, in denen ich von morgens bis abends am Computer saß und dann habe ich wieder ein, zwei Monate gar nicht geschrieben. Am Ende musste der ganze Text noch überarbeitet werden. Das Schreiben dauerte also ungefähr zwei Jahre, mit der Überarbeitung fast drei.

Emrich: Wie fühlt es sich an, wenn nach langen Überarbeitungsphasen das Buch plötzlich gedruckt vor einem auf den Tisch liegt, abgeschlossen ist und man nichts mehr ändern kann?

Swann: Unheimlich, faszinierend und endgültig.

Emrich: Haben Sie damit gerechnet, dass Glennkill ein so großer Erfolg wird?

Swann: Eher nicht. Es war im Gegenteil ein Problem, den Roman überhaupt zu veröffentlichen. Ich hatte schon vorher mit anderen Texten große Rückschläge. Man bekommt immer wieder Absagen von den Verlagen. Deswegen hatte ich auch keine zu großen Erwartungen. Das Entscheidende war, dass ich mir dann eine Agentin gesucht habe. Die wollte das Buch mit mir machen und sie hat mir sehr geholfen. Ich denke, es hängt aber auch viel mit Glück zusammen, dass „Glennkill“ so erfolgreich wurde.

Emrich: Leonie Swann ist nicht Ihr bürgerlicher Name. Weshalb erschien Glennkill unter einem Pseudonym?

Swann: Meinen Namen habe ich hauptsächlich geändert, um mein Privatleben zu schützen. Wenn der Name einmal draußen ist, kann man leicht Details über das gesamte Leben erforschen. Außerdem ist Leonie Swann ein kurzer Name, den man sich leicht merken kann. Es gibt deutsche Namen, die sind sehr kompliziert. Da ist es besser, man hat ein Pseudonym, das international klingt.

Emrich: Sehen Sie das Schreiben jetzt als Ihren Brotberuf oder wollen Sie sich das offen halten?

Swann: Gefühlsmäßig ist es jetzt mein Beruf. Irgendwann mache ich vielleicht etwas anderes. Zurzeit ist es aber meine Haupttätigkeit, auch weil es mir großen Spaß macht – und weil mir nichts Besseres einfällt. (Sie lacht verschmitzt)

Emrich: Haben sie schon früher mit dem Gedanken gespielt, Autorin zu werden?

Swann: Schon in der Schule war ich ein großer Fan von Geschichten. Dem Schreiben stand ich aber immer sehr skeptisch gegenüber. Ich dachte, dass alles auf Anhieb perfekt sein müsste. Nach und nach begriff ich dann, dass man es einfach mal ausprobieren muss. Man darf auch experimentieren und Fehler machen. Und die Fehler sind es ja schließlich, aus denen man lernt; auch das Schreiben.

Emrich: Gibt es etwas, das Sie Jugendlichen mit dem Wunsch, Bücher zu schreiben, raten würden?

Swann: In erster Linie soll man Spaß daran haben und an das glauben, was man tut. Man soll seine persönliche Eitelkeit aus der Geschichte rausnehmen, einfach spielerisch ausprobieren und kreativ sein. Auch Durchhaltevermögen ist wichtig.

Sabrina Emrich, Gymnasium Nidda, Klasse 10b

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